Systemlogiken und ihre Grenzen im Wandel
Sysruption beleuchtet, wie traditionelle Systeme unter dem Druck von Innovationen und Krisen versagen. Entdecken Sie, wie adaptive Strategien helfen, Herausforderungen mit Resilienz zu meistern.

Systemische Disruptionen im Wandel verstehen
System trifft auf Disruption und wird zur Sysruption. Klingt logisch, oder?
Für mich erfasst der Begriff die systemische Transformation ganzer Wertschöpfungsketten und -netzwerke sowie sozio-technischer Systeme durch das gleichzeitige Zusammenwirken mehrerer technologischer, institutioneller und Markt relevanter Innovationen. Das hat zur Folge, dass sich komplette kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Interaktionsmuster neu konfigurieren und möglicherweise das Ausmaß von Veränderung und Transformation nicht einfach zu erfassen ist.
Der Umgang mit sysruptiven Ereignissen und Effekten verlangt nach Antworten, die möglicherweise noch zu finden sind, weil sich auch die Fragestellungen entsprechend anders darstellen. Wir brauchen die Bereitschaft, „Unlogik“ zu akzeptieren oder zumindest zu antizipieren, weil die bisherigen Logiken hinsichtlich Systemverständnis und Steuerung unter sysruptiven Bedingungen nicht mehr greifen.

Vorankündigung
Vorankündigung meines Buches zum Thema „Umgang mit Sysruption, Multi-Krisen-Management mit VUCA & Konsorten“
Demnächst erscheint mein neues Buch. Als kleinen Vorgeschmack gibt es bereits jetzt einen ersten Appetithappen zum Inhalt. Zudem besteht die Möglichkeit, das Buch unverbindlich vorzureservieren.


Sysruption Workshop
„Zukunft braucht Herkunft“ – ein Satz den ich lange verwendet habe und zunehmend hinterfrage. Denn, wäre die logische Ableitung daraus dann, „Zukunft sichert Herkunft“? Eindeutig Nein! In einer VUCA Welt kann das Fortschreiben alter Denkmuster und Gewohnheiten eine riskante Falle sein.
Zukunftsfähigkeit entsteht nicht durch passives Erdulden, sondern durch Entschiedenheit und aktives Gestalten, auch wenn Unsicherheit niemals vollständig auflösbar ist.
Traditionelle Methoden wie Forecasts schreiben im Wesentlichen nur Vergangenes linear fort. Um mögliche Zukünfte zu erkunden, sind andere Ansätze passender:
Foresight und Backcasting, die von einem wünschenswerten Zukunftsbild zurück in die Gegenwart denken und konkrete Schritte ableiten lassen. Das interaktive Workshopformat „Tag der Orientierung“ bietet genau dafür eine Gelegenheit.
Unausgesprochenes kommt an die Oberfläche und wird somit „begreifbar“. Sie bekommen eine schnelle und wirkungsvolle Analyse der Ist-Situation und stärken gleichzeitig die Aufbruchstimmung für das gemeinsame zukünftige Tun!
Systemisches Denken: Wege zur Anpassungsfähigkeit
Wenn Systeme richtig funktionieren und trotzdem falsch liegen
Sysruption bezeichnet genau diesen Moment: Die Umwelt verändert sich so grundlegend, dass die vertraute Systemlogik zwar weiterläuft, aber nicht mehr zu passenden und wirksamen Entscheidungen führt. Das Unternehmen bleibt aktiv, doch die Aktivität verliert ihren Anschluss an das Umfeld. Sie plant und trifft dennoch schlechtere Entscheidungen. Sie kontrolliert und erhält trotzdem weniger Klarheit und Wirksamkeit. Trotz noch mehr Anstrengung und Fokus kommt es zur weiteren Störung und Unterbrechung von Erfolg, was wiederum Frustration, Demotivation und vermeintliche Aussichtslosigkeit schafft. Im breiteren wissenschaftlichen Kontext beschreibt Sysruption die systemische Transformation ganzer Wertschöpfungsnetzwerke oder sozio-technischer Systeme, ausgelöst durch das Zusammenspiel mehrerer technologischer, institutioneller und marktlicher Innovationen und Disruptionen, mit der Folge einer Neukonfiguration ganzer Branchenstrukturen und Interaktionsmuster. Sysruption soll als Kipppunkt verstanden werden. Sie verschiebt nicht nur Märkte oder Umwelten, sondern setzt die gewohnte Systemlogik so unter Druck, dass sie als Orientierungs- und Steuerungsprinzip nicht mehr funktioniert. Sysruption ist damit weniger ein Change-Thema als eine Krise der Sinn- und Entscheidungsbildung. Sie betrifft maßgeblich die implizite „Grammatik“ eines Unternehmens, die bisher geltende Systemlogik, auf der die stillen Regeln basieren, die Relevanz erzeugt, Entscheidungen legitimiert und Handeln koordiniert. Solange die Umwelt „hinreichend“ stabil ist, wirkt Systemlogik wie Vernunft selbst. Wenn Systeme ihre eigene Logik verändern müssen
„Glücklicherweise ist es nur VUCA!“
Geleitet vom Gedanken, dass sich durch das Erfassen und Verstehen von VUCA-Auswirkungen Ansätze für Lösungen über die Ersetzung der vier originären Buchstaben von VUCA durch Vision, Umsicht, Klarheit und Anpassungsfähigkeit finden lassen, sehe ich in diesem sogenannten VUCA-Prime nach Bob Johansen auch weiterhin eine Quelle für Antworten auf Sysruption, die damit zum Handlungsrahmen und Navigationsgerät in einer Umwelt voll Unerwartetem taugt.

